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Worum es geht
Veronika und Fabian Westerheide fragen, ob KI wirklich Jobs vernichtet oder nur Aufgaben verschiebt: von ferngesteuerten Robotaxis in China über den Fachkräftemangel bis zur Frage, warum die größere Gefahr für deutsche Arbeitsplätze gerade die chinesische Autoindustrie ist. Danach geht es darum, wie man von KI gefunden wird, wie man Kinder ohne Bildschirmzeit auf eine KI-Arbeitswelt vorbereitet und was Azubis, Studierende und Berufstätige jetzt konkret tun sollten.
Sendeablauf
- 00:02Einstieg und Fragestellung
- 02:12Verschwinden Jobs oder Aufgaben?
- 04:12Fachkräftemangel als historische Chance
- 09:36China statt KI als Bedrohung
- 11:32Übersetzer, Schauspieler, Ausreden
- 15:05Neue Jobtitel, alte Tätigkeiten
- 17:18Von KI gefunden werden
- 24:06Kinder auf KI-Welt vorbereiten
- 34:54Ratschläge je Lebensphase
O-Töne
„KI ist kein Grund zur Angst, sondern eine persönliche Einladung, jetzt anzufangen, denn es ist nie zu spät.“
„KI ist gar nicht die Bedrohung, sondern der Wettbewerb: ein anderes Land, eine andere Firma, die günstiger, schneller und besser produziert.“
„Wenn wir unseren Kindern vermitteln: Du hast den krassesten Lehrer aller Zeiten in deiner Hosentasche, dann haben wir ganz viel gewonnen.“
„KI war die Ausrede. Ich glaube, wir schieben der KI ganz oft den schwarzen Peter zu.“
„Die Menschen, die sich weigern, künstliche Intelligenz zu nutzen oder als Kollegen zu akzeptieren, sind die, die als Allererstes gehen müssen.“
„Mach es mit Freude, dann wirst du immer besser sein als jede Maschine. Leidenschaft kannst du nicht ersetzen.“
Zuschauerfragen
Vernichtet KI in Deutschland Arbeitsplätze?
Laut Veronika Westerheide vernichtet KI in Deutschland netto kaum Jobs, sie verschiebt sie. Fabian Westerheide betont, dass eher Aufgaben als ganze Jobs verschwinden – allerdings in ein, zwei Jahren statt in Jahrzehnten. Seine These: Rund die Hälfte der Jobs in Deutschland wird sich in zehn Jahren komplett gewandelt haben, vor allem alles, was mit Computern zu tun hat.
Welche Berufe sind durch KI am stärksten gefährdet?
Getroffen wird diesmal zuerst der Schreibtisch, nicht die Werkbank, fassen Veronika und Fabian Westerheide zusammen. Fabian nennt klassische BWL-Jobs wie Investmentbanking und Unternehmensberatung, Junior-Stellen sowie Übersetzungen von Werbebroschüren und Webseiten. Handwerk hält er dagegen hierzulande für das Sicherste, während in China Roboter schon Häuser bauen.
Wie bereite ich mein Kind auf eine Arbeitswelt mit KI vor?
Veronika und Fabian Westerheide setzen bei ihrem Sohn bewusst auf keine Bildschirmzeit und fördern stattdessen Neugier, Kreativität, Langeweile, Bewegung und Resilienz. Für die Schule rät Fabian, den Taschenrechner nicht zu verbieten, sondern Aufgaben so zu stellen, dass KI sinnvoll genutzt wird und Kinder eigenständig und kritisch denken lernen.
Was sollten Berufseinsteiger wegen KI jetzt tun?
Veronika Westerheide empfiehlt die duale Ausbildung, weil praktische Berufe mit menschlicher Komponente am wenigsten automatisierbar sind, und für Absolventen nachweisbare KI-Kompetenz statt Warten auf den perfekten Titel. Fabian Westerheide rät zu Prozess- und Domainwissen, Spaß an Menschen und KI als eigener Stärke – und verweist auf die KI-Branche selbst als größten Wachstumsmarkt für Jobs.
Sendeprotokoll
Das komplette Gespräch zum Nachlesen. automatisch transkribiert. leicht korrigiert. Rund 7.708 Wörter.
Transkript öffnen
Veronika00:02Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Unternehmer:Leben mit Veronika und Fabian Westerheide. Heute sprechen wir über ein Thema, was mir besonders am Herzen liegt und zwar über Karriere und Arbeit und Jobs in Zeiten von künstlicher Intelligenz. Ihr habt es bestimmt auch schon gehört, alle reden davon, dass künstliche Intelligenz angeblich Jobs vernichtet, Aber die ehrliche Antwort ist überraschender, gerade hier für Deutschland. Heute klären Fabian und ich, wie viele Jobs wirklich verschwinden, welche es trifft und welche neuen Jobs in den letzten fünf Jahren überhaupt erst entstanden sind. Fabian bringt die große Linie mit. Rein, er beobachtet das Feld seit ungefähr 2014 und mich beschäftigt das ganze Thema aus der Marketing- und Personal-Branding-Sicht. Warum werden manche Menschen einfach gerade extrem sichtbar und andere verlieren den Anschluss und verschwinden? Wir sprechen auch darüber, wie wir unsere Kinder auf eine Arbeitswelt mit künstlicher Intelligenz vorbereiten, ohne sie jetzt schon zu überfordern. Und wir werden ganz konkret. Was raten wir jemandem in der Ausbildung, jemandem frisch aus dem Studium und jemandem, der längst mit einem Job steckt oder vielleicht sogar schon kurz vor der Rente steht? Der Kern der Folge, das hier ist aber kein Angst-Podcast. wir wollen euch mitnehmen, euch motivieren und es ist eine Einladung von uns, sich mit KI zu beschäftigen, bevor es jemand anders für dich tut. Und in diesem Sinne, herzlich willkommen mein lieber Göttergatte, Ehemann und Geschäftspartner in Crime zu einer neuen Folge. Schön, dass du hier in unserem neuen Podcaststudio mit mir sitzt.
Fabian01:43Ja, danke. Ja, Veronika hat sehr fleißig in den letzten Wochen ein neues Podcaststudio uns ins Wohnzimmer gebaut.
Veronika01:54Du bist nur gerade sehr leise, deshalb habe ich mich gerade.
Fabian01:56Ich bin gerade leise?
Veronika01:57Ich weiß nicht, warum du leise bist. Ja, jetzt wird es besser.
Fabian02:01Also willkommen in unserem neuen Podcast-Studio bei uns im Wohnzimmer.
Veronika02:06Naja, steht nicht ganz im Wohnzimmer, aber macht nichts.
Fabian02:08Ehrlich gesagt sind wir halb in der Küche.
Veronika02:12Ja, vielleicht schicken wir euch mal, vielleicht machen wir irgendwann mal einen Videocast daraus, dann seht ihr, wo wir sitzen. Lieber Fabian, eine Frage, die ich mir jedes Mal stelle, wenn wieder eine große deutsche Tageszeitung titelt, dass künstliche Intelligenz Jobs vernichtet, verschwinden die Jobs tatsächlich oder shiften einfach nur die Aufgaben?
Fabian02:35Das ist eine schwierige Frage. Also zum einen verschwinden Jobs so oder so. Also das ist normal. Den Kutscher gibt es nicht mehr, den Köhler gibt es nicht mehr. Gewisse Jobs verschwinden aufgrund von Technologie oder sie werden deutlich weniger. Früher hatte jeder einen Chauffeur. Irgendwann haben wir angefangen, selber Auto zu fahren. Jetzt gibt es Taxifahrer. Also es gibt diesen Komm und Gehen. Wenn wir in China gucken, verschwinden gerade ganz viele Taxifahrerjobs, aber Controller entstehen. Das heißt, da sitzen Leute am Rechner und steuern vier autonome Taxen in China.
Veronika03:09Ein Mensch, vier Taxen.
Fabian03:11Genau, das heißt auf vier Taxifahrer verschwinden, ein Mensch steuert dafür vier autonome Taxen über drei Schichten. Also neue Jobs entstehen, andere werden weniger und das ist so ein Komm und Gehen. Der Unterschied ist, das passiert extrem schnell heutzutage. Also es dauert nicht mehr 10, 20 Jahre bis eine Tätigkeit verschwindet, sondern inzwischen nur noch ein, zwei Jahre bis Tätigkeiten verschwinden und neue Aufgaben entstehen und neue Anforderungen sind. Also meine These ist, ich würde mal sagen, 50 Prozent der Jobs, die wir in Deutschland kennen, werden in zehn Jahren in dieser Form sich einmal komplett gewandelt haben. Und primär alle, die hier in Deutschland mit Computern zu tun haben oder mit Elektronik insgesamt. Aber wenn wir nach China gucken, China ist weiter als wir, da passiert es halt schon mit Taxifahrern. Das wird hier noch eine ganze Weile dauern, aber dort passiert es auch gerade mit im Bau. Wir sehen da Roboter, die jetzt schon Häuser bauen. Wir sehen schon die ersten Roboter, die Klempner-Tätigkeiten machen. Also China ist da nochmal eine ganze Stufe vor. Da ist sogar das Handwerk betroffen. Während wir hier ein Handwerkmangel haben.
Veronika04:12Mangel ist ein guter... Und Mangel ist ein gutes Stichwort, weil alle sprechen ja immer vom Fachkräftemangel. Und auf der einen Seite hast du gerade gesagt, knapp 50 Prozent der Jobs sind betroffen. So Pi mal Daumen, nagelt uns bitte nicht auf Zahlen fest. Und auf der anderen Seite schreien alle, es gibt Fachkräftemangel. Geht sich das nicht irgendwie am Ende vielleicht sogar aus? Was denkst du?
Fabian04:37Ja, das ist so ein bisschen das deutsche Dilemma. Das deutsche Dilemma ist ja, wir haben sehr viele Leute, die jetzt in Rente gehen. Wir haben wenig junge Leute, die nachrücken. Das heißt, uns fehlen die Fachkräfte auf der einen Seite. Und das ist ja, was ich meine. Wir haben ein Ungleichgewicht. Auf der einen Seite fehlen Leute, die es können. Auf der anderen Seite haben wir Leute, die es nicht können. Also wir brauchen dringend Prompt Engineers oder Leute, die KI-Systeme steuern oder trainieren oder einrichten. Und da brauchst du bestimmte Fähigkeiten für und die wurden nicht ausgebildet, weil es den Job vor drei Jahren noch nicht gibt. Du konntest das nicht studieren. Und gleichzeitig hörst du Leute, die arbeiten seit 20, 30, 40 Jahren in einer Tätigkeit und die verschwindet. Also nicht Jobs verschwinden, sondern Aufgaben verschwinden. Weil die Aufgabe wird irgendwann automatisiert oder ausgefüllt. Und da ist auch die Regel, je öfter die Aufgabe vortritt, desto eher lohnt es sich eine KI dafür zu verwenden oder einen Roboter. Je spezieller diese Aufgabe ist, desto teurer ist es, eine Maschine dafür auszubilden.
Veronika05:34Ja, desto flexibler das auch ist. Also ich denke an den gerade genannten Roboter im Sanitärbereich. Wir haben ja vor kurzem unsere Badezimmer gemacht. Ich glaube nicht, dass eine Maschine das so einfach hätte machen können, weil du ja die Daten gar nicht hast, wie das Haus gebaut ist.
Fabian05:50Ganz individuell, aber gleichzeitig, wenn du in China bist und die machen schon 3D-Druck mit Häusern, also du hast dasselbe Haus baust du 10.000 Mal, dann lohnt es sich total, einen 3D-Drucker dahin zu bauen, der einfach das Haus baut und einen Roboter hinzusetzen, der für dich klinkert, der für dich mauert und der das alles macht, weil es halt 10.000 Mal dasselbe ist, als du hast ein Architektenhaus, was komplett individuell ist.
Veronika06:10Ja, das haben wir auch wieder bei... Alles, was standardisiert ist, kann eine Maschine eher machen. Spannend. Ich habe auch noch mal ganz kurz nachgeschlagen. Wir sind jetzt 2026, August 26. Und dieses Jahr sollen erstmals mehr Menschen den Arbeitsmarkt verlassen, als das...
Fabian06:34In Deutschland.
Veronika06:35In Deutschland, ganz wichtig, als das welche eintreten. Also ab 2026 verlassen erstmals mehr Menschen den Arbeitsmarkt, als neue Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dazukommen. Das gab es da schon mal, ich glaube nicht.
Fabian06:48Ja und das, doch, das hatten wir im Boom, deswegen haben wir angefangen Gastarbeiter einzuladen.
Veronika06:55Stimmt, 60er war das nicht.
Fabian06:56Ja, wir hatten in den 60ern, also erst hatten wir glaube ich aus Spanien, in Italien und später Türkei. Wir hatten ja extremens Überschuss, also einen Mangel an Leuten, die arbeiten konnten. Und da haben wir aus dem Ausland uns Fachkräfte reingeholt oder Arbeitskräfte geholt. Japan hatte das Dilemma auch nach dem Zweiten Weltkrieg und die haben ganz viel auf Robotik gesetzt. Und deswegen ist Japan auch sehr stark in der Robotik gewesen. Das heißt, wir haben wieder hier die historische Chance in Deutschland. Entweder wir holen uns Kräfte aus dem Ausland, was geht aus dem europäischen Binnenmarkt oder in diesem riesigen Volumen an Leuten mit Migration in den letzten Jahren. Aber die müssen auch ausgebildet werden in der Sprache, in den Fachbereichen. Oder wir setzen mehr auf Digitalisierung und KI. Also es ist eigentlich volkswirtschaftlich eine große Chance.
Veronika07:39Theoretisch könntest du ja die Arbeitskräfte, die ins Land gekommen sind, auch dank KI beurteilen. In ihrer Muttersprache arbeiten lassen eigentlich, oder? Es ist eine große Frage, ist es eigentlich noch zwangsläufig notwendig, dann auch wirklich Deutsch zu sprechen, wenn du irgendwann ein Translator-Modell hast?
Fabian07:56Die große Frage ist, wo entstehen die Jobs? Und für mich entstehen, also aus meiner Sicht, stehen ganz wenig Überschuss an Jobs mit Computern. Also Leute, die sehr gut mit KI können, werden immer mehr gebraucht. Aber es ist eher so, der Arzt, der jetzt 50 Prozent seiner Zeit am Patienten ist und 50 Prozent Formulare ausfüllt, Der kriegt eine Assistenz, eine KI-Assistenz hin, die die Formulare vorausfüllt, die die Berichte mitschreibt. Dadurch wird dieser Arzt wieder mehr Zeit haben für den Patienten und weil die KI ihm die Bürokratie erledigt, weniger mit Maschinen verbringen müssen. Nichtsdestotrotz ist die Interaktion mit Menschen der Schlüssel. Das heißt, da ist Deutsch primär noch die primäre Sprache. Dasselbe gilt in der Pflege. Das geht bei Polizist, Feuerwehr, eigentlich Lehrer. Deutsch ist nach wie vor wichtig. Also die Leute müssen Deutsch können.
Veronika08:43Ja, obwohl du das hier auch immer wieder hörst, dass gerade im Bereich der Krankenhäuser und Notfallmedizin, die Sprache tatsächlich schon häufig ein Problem ist und bei ein oder zwei Fällen aus meinem Bekanntenkreis hat das tatsächlich auch schon mal zu medizinischen, Fastkatastrophen geführt, weil die Übersetzung halt einfach falsch war. Ja. Jetzt ist ja für mich in der Außenwahrnehmung immer so, dass KI bedroht Arbeitsplätze, KI nimmt uns die Jobs weg und wie diese ganzen Schlagzeilen alle hießen. Wenn es aber tatsächlich so ist, dass kaum Jobs verloren gehen, dass sich das eigentlich shiftet. Warum fühlt es sich für viele Menschen dann trotzdem so bedrohlich an? Also ich habe manchmal das Gefühl, das ist so, oh mein Gott, das ist so das Damoklesschwert, was nur darauf wartet, zuzuschlagen. Die Leute haben zum Teil wirklich richtig Angst.
Fabian09:36Die Angst ist real. Ich mache ja KI schon seit über zehn Jahren und die Angst ist real. Aber ich glaube, weil sie so abstrakt ist. Also sind wir mal ehrlich, die größte Bedrohung an Arbeitsplätze in Deutschland ist gerade das Exportland China. Also wir gucken uns den größten Arbeitgeber in Deutschland an, das ist die Automobilindustrie. Und die kriegt gerade richtig einen auf den Deckel. Und warum? Weil China ungefähr 55 Millionen Fahrzeuge pro Jahr produziert. Also mehr als Deutschland zusammen.
Veronika10:02Elektrofahrzeuge.
Fabian10:03Das heißt, die fluten die gesamte Welt gerade mit billigen, guten Autos.
Veronika10:07Haben Sie das nicht mit Solaranlagen auch schon gemacht?
Fabian10:10Das ist Chinas Strategie. Also China produziert im Überschuss und verscherbelt es dann ganz, ganz günstig. Und in Deutschland sind ungefähr sechs Millionen Jobs, glaube ich, in der Automobilindustrie dran. Also auch in den Zulieferern. Und die bricht gerade massivst ein. Das kam mit Ankündigung. Also das ist schon seit zehn Jahren. Ich habe vor 15 Jahren schon Artikel darüber geschrieben, dass das passieren wird. Nichtsdestotrotz ist das sehr real gerade für sehr viele Deutsche, die, ich glaube, jeder 20. Haushalt hat jemanden, der im Automobilindustrie arbeitet. Ja, das heißt, ganz viele Leute betrifft das gerade und das ist eine reale Angst. Also das ist, KI ist gar nicht die Bedrohung, sondern der Wettbewerb, das ist ein anderes Land, eine andere Firma, das günstiger, schneller und besser produziert. Und wir in Deutschland, die immer die Rechnung kriegen, wenn wir uns nicht bewegen, dann werden wir wegrationalisiert. Aber das ist gar nicht die KI. Wir werden noch viel über KI heute in der Folge reden. Aber in diesem Fall ist zum Beispiel China, weil sie... Fleißiger, schneller oder kompetitiver sind. Die bauen gerade günstiger, die bauen günstigere, bessere Autos.
Veronika11:07Und weißt du, was sie sind? Hungrig. Ich habe großen Respekt vor China. Auch vor den USA, auf eine andere Art und Weise, aber vor China habe ich einen großen Respekt, weil was ich da krass finde, ist, wie die alle an einem Strang ziehen, in Klammern müssen. Da weiß man ja immer nicht so, ne? Aber ich habe gerade so gedacht, naja, wir sind halt alle hier sehr bequem geworden oder viele Deutsche sind halt bequem geworden, aber das steht auf einem anderen politischen Blatt.
Fabian11:32Gedanke. Also ich hatte, ich durfte mal beim ZDF so eine Live-Folge machen, da ging es um KI und Arbeit. Und das ist, was mich sehr eingeprägt hat, weil da haben sich Leute dazugeschaltet und drüber geredet.
Veronika11:43Twitch meinst du?
Fabian11:44Das war auf Twitch, also Twitch ist das Streaming-Format.
Veronika11:46Können wir auch gerne nochmal in die Shownotes aufnehmen, wenn es noch live ist. War wirklich cool mit anzugucken.
Fabian11:52Und das war, was mich geprägt hat, war eine Übersetzerin, die gesagt hat, sie benutzt das KI, weil sie so schneller eine Grundlage schafft, aber sie übersetzt dann manuell nochmal nach und so kriegt sie nochmal ein besseres Ergebnis in kürzerer Zeit. Also sie sagt, KI ist ein Werkzeug, damit sie besser in ihrem Job ist. Aber gleichzeitig gibt es ganz viele Übersetzer, they are out of business. Also alle, die früher Werbebroschieren übersetzt haben, sind raus. Alle, die einfach Webseiten übersetzt haben, ist raus. Du hast mal für eine Firma gearbeitet, die hat SEO-Texte geschrieben.
Veronika12:20Ich weiß. Ich habe gerade noch dran gedacht.
Fabian12:22Great Content hieß die.
Veronika12:24Ja, die haben damals quasi Kundenaufträge gekriegt, hatten irgendwie 20 verschiedene Sprachen in Form von menschlichen Übersetzern da sitzen, auch, ich glaube, auch sogar international in verschiedenen Ländern, und haben dann quasi so, hier, Kunde hat den Text reingegeben, der wurde dann intern quasi verarbeitet, Und ja, das macht heute alles die Engine.
Fabian12:44Das macht heute oben eine KI da draußen. Aber die hat sich angepasst. Und die andere Person, die Übersetzerin, die andere Person war ein Schauspieler. Und er sagte, du, ja, ich habe wenige Aufträge als Schauspieler, weil eigentlich mein Kerngeschäft war Werbeindustrie. Und seitdem die Werbeindustrie ganz viele KI-generierte Bilder benutzt, gibt es wenige Aufträge.
Veronika13:05Ich erinnere mich dran und hat ehrlich auch gesagt, korrigiere mich, wenn ich falsch liege, dass die ganzen Content-Creator, die ja quasi auch Werbung machen, auch in riesengroßen Batzen seine Aufträge abgezogen haben, weil die natürlich auch für viele Marken Werbung machen. Fand ich auch sehr interessant.
Fabian13:21Und er hat das aber mit einer guten Stimmung genommen. Er hat gesagt, das ist halt so, das ist schon mal ein 15. Job so ungefähr. Und dann mache ich halt was Neues. Also er hat eine Eigenverantwortung gehabt. Schlüsselwort unseres Podcasts. Er hat gesagt, dann mache ich halt was Neues. Aber er spürt die Konsequenzen. Und die dritte Person war, die hat richtig geschrieben, gesagt, ja, aufgrund von KI hätte er keinen Job mehr. Die Sache ist, der hatte so eine negative Einstellung, der hatte so keinen Bock, dass ich gesagt, den hätte ich auch nicht eingeladen. Also KI war die Ausrede. Wirklich gerade war diese Person einfach unmotiviert. Und das ist, was ich sage. Ich glaube, wir schieben ganz oft auf KI diesen Sündenbock, den schwarzen Peter zu.
Veronika13:58Was ich auch gerade spannend fand, du hast gesagt, alle Personen aus dem Beispiel bis auf einer haben sich der Situation quasi angenommen und haben das Beste daraus gemacht oder haben 14 Mal den Job gewechselt. Auch ein besonders spannendes Thema, finde ich, dass wir ja seit dem Chat-GPT-Moment, so viele neue Jobs haben, die es vor kurzem gar nicht gab. Das finde ich auch super, super spannend. Ähm, Das finde ich ist auch eine super coole Geschichte. Also auf einmal hast du, so ganz viele Jobtitel, die zum Teil das Gleiche bedeuten oder in 23 verschiedenen Abwandlungen. Also da ist irgendwie noch nicht so ein System dahinter. Da weißt du, es gibt noch nicht, ich übertreibe jetzt mal ganz kurz den deutschen IHK-Stempel, Prompt Engineer oder AI Ethics and Compliance Officer. Also da gibt es noch nicht so die, ich sage mal, eingeschliffenen Begrifflichkeiten, die wir jetzt eigentlich schon kennen von den Berufen, die es schon lange gibt. Das finde ich jetzt auch eine ganz interessante Geschichte.
Fabian15:05Ich würde dem sogar gerne widersprechen, weil ich der Meinung bin, dass es alles eigentlich das Alte und Gleiche ist. Also die KI frisst ihre Kinder. Wir können ja mal darüber reden, wo KI wirklich Tätigkeiten übernimmt und die meisten Jobs, die sich gerade gewandelt haben, sind in der Produktentwicklung, in Software Engineering, in der IT. Das heißt, vor ein paar Jahren gab es den neuen Job eines Prompt Engineers. Also jemand, der der KI-Anweisungen beibringt. Ja, so System Prompts. Heutzutage sind die KIs so gut, dass du es nicht mehr machen musst. Ja, also der Job ist schon wieder verschwunden. Der war nur kurzfristig da. Ich hatte mal mit Kenza Ait Si Abbou gesprochen. Und die hat schon vor 15 Jahren bei der Telekom KI betreut und hat damals schon einrichten müssen als CTO. Wer darf darauf zugreifen? Was darf die KI sehen? Was sind die Schreibrechte? Was darf die KI eigentlich überhaupt machen? Was sind die Erlaubnisse und Nicht-Erlaubnisse? Das ist heute genauso aktuell. Also die Probleme sind nicht verschwunden. Du brauchst immer Leute, die Prozesse verstehen. Nur mit einer neuen Technologie umsetzen können. Also wir kriegen immer einen neuen Begriff dafür, aber manchmal sind es dieselben Tätigkeiten, wir nennen sie nur anders. Und das ist auch halt nicht in allen. Also manche Branchen sind sehr schnelllebig und das ist halt die Softwarewelt.
Veronika16:23War sie schon immer, ja.
Fabian16:24Und dann würde ich sagen, es ist alles, was Texte und Medien und Bilder macht. Also jeder, der früher Filme gedreht hat und jetzt sie am Rechner produzieren kann, das ist manchmal dieselbe Person. Ja. Ja, wir kennen Stephanie Krüll zum Beispiel.
Veronika16:38Ja, grüßt ihr den Raum. Die war Grafikdesignerin.
Fabian16:40Und jetzt ist sie seit einigen Jahren Expertin für KIs, die Grafiken entwirft.
Veronika16:44Ja, die Generierung.
Fabian16:45Das heißt, sie macht...
Veronika16:46Und sie ist verdammt gut folgt, auf jeden Fall auf LinkedIn.
Fabian16:48Ja. Aber sie hat sich weitergebildet und sie findet das super. Und sie ist mit so einer kindlichen Neugierde dran geblieben. Weil sie sagt, wow, ich kann auf einmal viel mehr generieren. Und anstatt, dass sie jetzt selber Bilder malt, hat sie mit KIs sehr geile Bilder erschaffen und bringt anderen Leuten das jetzt bei.
Veronika17:02Ja. Guckt auch gerne mal auf unserem YouTube-Channel von Rise of AI. Da hat Steffi nämlich auch tolle Vorträge zugehalten. Können wir in die Shownotes packen? Genau. Ja, das packe ich auf jeden Fall in die Shownotes. Ja, das ist super, super faszinierend. Und ein Punkt.
Fabian17:18Lass uns doch mal bei neuen Jobs bleiben. Weil ich zum Beispiel ganz spannend, du hast ja über Personal Branding gesprochen etc. ähm Es gibt diese Aufgaben mit Sehen und Nichtsehen werden.
Veronika17:31Ja, genau.
Fabian17:33Es gibt heute Agenturen, die helfen dir, von KIs gefunden zu werden oder sich zu verstecken.
Veronika17:39Ja, das ist auch eine ganz interessante Geschichte, weil für unsere neue Firma Ever After Now habe ich zum Beispiel unseren Website-Hoster so ausgewählt, dass es quasi AI-ready ist. Und einer der größten deutschen Domain-Anbieter, der auch Baukastensysteme anbietet, ist nicht AI-ready. Und deshalb habe ich mich für einen anderen Provider zum Beispiel entschieden. Und weil ich gefunden werden möchte. Das heißt, ich denke, unsere Webseite, unsere neue, auf zwei Arten. Nämlich einmal, okay, welche Informationen braucht der Mensch, der da vorsitzt und das tatsächlich noch findet, über einen LinkedIn-Post, über einen Instagram-Post, über einen persönlichen Kontakt. Und welche Information braucht eine künstliche Intelligenz? Um mich zu finden. Und da habe ich mit einer sehr, sehr langjährigen, ganz lieben Freundin drüber gesprochen und sie sagte sofort, ich brauche KI nicht in meinem Job. Und ich dachte so, oh, okay. Dann habe ich einmal drüber nachgedacht, weil sie im naturheilkundlichen Bereich sich jetzt weiterbildet. Ein ganz spannendes Feld, wie ich finde. Und sie hat recht, sie braucht für ihren Job mit den Menschen, braucht sie KI nicht, obwohl ich eigentlich ganz ehrlich denke, ja doch schon, aber du kannst es dir irgendwie transkribieren lassen, eine Patientenakte führen, eine digitale, aber das ist wiederum ein anderer Punkt. Aber das Thema ist halt, wenn wir irgendwann nur noch mit unseren Agenten sprechen, und sagen, ich habe jetzt Anfang der Woche Ärzte rausgesucht und zwar Payne, weil ich wirklich über eine der großen deutschen Vermittlungsplattformen gegangen bin und ich selber suchen musste und hinterher gedacht habe, warum habe ich nicht eine meiner Engines suchen lassen? Du musst gefunden werden mit deinem Business. Und das geht, glaube ich, schneller, als uns allen bewusst ist, wie viele Suchanfragen wirklich jetzt schon über künstliche Intelligenz laufen und nicht mehr über Google, wie sich das alles verändert. Und das, finde ich, ist etwas, was viele Leute unterschätzen, weil sie denken, okay, ja, KI ist ChatGPT, künstliche Intelligenz ist viel mehr als das. Und was mir auch dabei auffällt, ist, dass es immer zwei Seiten der Medaille gibt. Auch super interessant. Also wir setzen ja auch sehr viel auf künstliche Intelligenz, optimieren intern Prozesse, machen und tun und schreiben quasi Texte so, dass künstliche Intelligenzen uns finden und so weiter und so fort. Und auf der anderen Seite hast du halt immer dann die Suchenden, die auch schon KI nutzen oder quasi im Recruitment hast du es ja auch so, ich weiß gar nicht mehr, wer mir das erzählt hatte, dass die gerade geflutet werden. Ach ja, unser lieber Nachbar, Grüße gehen raus. Dass sie gerade geflutet werden von KI-generierten Bewerbungen und dass du da eigentlich gar nicht mehr, ich sag mal, wenn du einen Menschen im HR sitzen hast, kommst du da eigentlich gar nicht mehr durch, die alle anzuschauen, weil auf einmal jeder quasi den perfekten Lebenslauf mittels künstlicher Intelligenz generieren kann. Und viele haben dann gar nicht mehr einen Menschen am anderen Ende sitzen, sondern eine KI, die ihnen quasi hilft, die CVs auseinanderzunehmen. Und dann hast du nur noch einen Human in the Loop sozusagen, der dann die Endvorauswahl quasi mitmacht. Aber auch super spannend.
Fabian20:48Ich würde gerne zwei Gedanken ergänzen. Das erste ist, gefunden werden als Firma. Früher haben wir für die Suchmaschine optimiert, wir haben sogenannte SEO-Texte geschrieben.
Veronika20:56Search Engine Optimization, wer das noch nicht kennt.
Fabian20:58Und ich habe jetzt vor ein paar Tagen auch meine Webseite aktualisiert mit dem Kontext.
Veronika21:02Ja, sehr geil.
Fabian21:03Für KI optimisieren, also für Menschen lesen, aber für die KI. Das heißt, was habe ich gemacht? Die KI hat so bestimmte FAQ, also die denkt so, wer ist gerade der beliebteste Speaker oder wer ist gerade ein Experte dafür. Das ist was die Fragen. Das heißt, meine Webseite hat Antworten und Fragen. Also anstatt einen SEO-Text zu schreiben, habe ich einen KI-Text geschrieben. Also so geschrieben, dass die KI direkt die lesen kann. Ist Fabian Experte? Ja, weil. Sollte man ihn für Keynotes buchen? Ja, weil. Und dann immer mit Daten und Fakten. Das heißt, ich habe die KI gefragt, wie schreiben die die Texte so am besten, dass eine andere KI daraus referenzieren kann. Das war für mich auch eine neue Erfahrung.
Veronika21:42Also ist gut geworden.
Fabian21:43In der Konferenz haben wir das gemacht, dass wir mehr sogenannte Reviews drin haben. Also wir haben zum ersten Mal, da habe ich eine komplette Seite gebaut, wo Testimonials drin sind von Kunden, Kundenstimmen.
Veronika21:52Vielen Dank übrigens an dieser Stelle an das Feedback unserer wunderbaren Community. Das bedeutet uns wirklich ganz, ganz viel.
Fabian21:59Genau. So, das heißt, wir haben das Feedback genommen, das, was wir öffentlich teilen können und dann auf die Webseite gepackt, damit eine KI, wenn gefragt wird, was ist die Authentizität, darauf referenzieren kann, also darauf zurückgreifen kann. So was früher Google-Bewertungen waren, so ungefähr. Und das ist einfach so eine Lernerkenntnis, die wir haben. Wer noch gefunden werden will da draußen, Oldschool-Medienarbeit.
Veronika22:26Du darfst jetzt keine Presse sagen.
Fabian22:27Nein, wir dürfen nicht mehr Presse sagen.
Veronika22:29Wir sollen nicht mehr Presse sagen. Liebe Grüße, Petra, wir hören dir zu. Unsere wunderbaren Medien- und PR-Beratung.
Fabian22:35Also früher aus der SEO-Zeiten haben wir das Backlinks genannt. Also das eine Seite auf dich referenziert, um dir sogenannten Trust zu geben. Heute geht es eher darum, dass die KI nicht mehr den Link braucht, sondern den Namen. Das heißt, Beispiel an Fabian Westerheide ist, jemand sucht nach jemandem. Der Fabian Westerheide taucht halt bei der Süddeutschen auf und bei Pioneer auf. Und das packt die KI alles zusammen, weil sie halt alles sieht und so ist es mit jeder Person. Das heißt, die Person, die da draußen bekannt sein will für etwas, muss nicht nur auf seiner Webseite auftauchen, sondern auf Dutzend weiteren Seiten im selben Kontext. Und das ist ganz spannend. Und ja, was du gesagt hast mit KI, unser Nachbar hat eine Software geschrieben, die macht folgendes, wenn eine Firma einen Job hat, eine offene Stelle, Dann generiert er innerhalb von 10 Minuten schon Bewerberlisten. Und das ist das Krasse. Also innerhalb von 10 Minuten geht seine KI los, screent halt alle Datenbanken wie LinkedIn und Xing etc., sucht nach den richtigen Profilen und stellt seinen Kunden sofort ad hoc 20 Profile los und sagt, wen davon willst du, dass wir kontaktieren.
Veronika23:36Und wenn ihr wissen möchtet, wer das ist, Werbung an dieser Stelle, weiß ich nicht, ob ihr das sagen müsst. Das ist auch so verwirrend, diese ganzen Gesetze dazu, wenn du über Werbung sagen musst.
Fabian23:44Ich weiß auch gar nicht, wie die Firma heißt.
Veronika23:45Ja, das stimmt. Aber wir vermitteln sehr, sehr gerne, weil wir ihn persönlich auch sehr schätzen. Gefunden werden über künstliche Intelligenz. Würde ich sagen, schließen wir hier mit ab? Oder möchtest du noch was sagen?
Fabian23:58Ich glaube, wir können das ewig vertiefen. Aber dafür sollen uns die Zuhörer sagen, dass wir es beim nächsten Mal bitte vertiefen wollen. Falls jemand gefunden und auch sich verstecken möchte vor der KI.
Veronika24:06Ja, über das Verstecken haben wir jetzt gar nicht gesprochen. Aber ich glaube, da kannst du dann einfach auch irgendwie einen entsprechenden Website-Hoster aussuchen, der nicht AI-ready ist. Du kannst es tatsächlich alles an- und abschalten. Fragt mich jetzt bitte nicht nach den Fachbegriffen, aber ich weiß, es geht. Ich könnte zum Beispiel sagen, meine Webseite darf nicht gecrawlt werden von KIs. Sie dürfen es. Sie dürfen über meine Webseite gehen und alles lesen und machen und teilen, so viel wie sie möchten. Liebe KIs, komm vorbei. Liebe KIs, ja, Chetty, happy reading. Eine Sache, die mich wirklich nachhaltig beschäftigt, ist, wir leben ja in einer Gesellschaft, die sehr beständig ist. Also das heißt, wir haben in Deutschland viele Prozesse, viele Regeln und viele Institutionen, die, ich sag mal so, Innovationen und sich dynamisch entwickelnde Themen schwierig umsetzen können. Also worauf ich hinaus will, ich rede von unseren Schulen und Universitäten, weil... Wir sind ja als Eltern auch dazu verpflichtet, uns Gedanken darüber zu machen, wie kriegen wir unseren wundervollen Nachwuchs, auf eine Arbeitswelt der Zukunft vorbereitet, wenn sich diese Arbeitswelt eigentlich gefühlt alle drei Monate einmal komplett ändert. Und daher einfach für mich, was brauchen unsere Grundschulkinder eigentlich wirklich?
Fabian25:34Ja. Also erstens, was machen wir für unsere Kinder?
Veronika25:40Zweitens, wir haben nur eins.
Fabian25:42Grundschule, aber auch Schule und Studium. Also das sind drei unterschiedliche, die Leute sind in unterschiedlichen Phasen. Und weil das dieser Block ist über KI und Bildung, nenne ich es mal, und Vorbereitung.
Veronika25:52Ja, ich habe ihn genannt, Kinder auf die KI-Arbeitswelt vorbereiten. Nicht in den falschen Hals kriegen, bitte. Es geht jetzt nicht darum, irgendwie den Kleinsten schon ein Tablet mit Chat-GPT in die Hand zu drücken und sie dann irgendwie acht Stunden lang mit ChatGPT zu lassen. Darum geht das nicht. Aber es ist halt die Frage, die wir uns stellen, weil wir in einer Gesellschaft leben, in der ja immer viele Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen sind, also du hast Leute, die jetzt gerade mitten im Studium sind, wir haben einen Freundeskreis die Tochter von einer Freundin geht jetzt bald ein Jahr ins Ausland und wird sich danach entscheiden, was sie studieren soll das ist ja ein ganz wichtiger, Scheideweg im Leben sage ich mal, in welche Richtung will ich gehen dann gerade die Kids, die jetzt eingeschult werden in die Grundschule und so weiter und so fort. Unser Sohn geht jetzt in den Kindergarten. Wonach hat man das dann quasi ausgesucht? Und ich glaube, den Kindergarten können wir eigentlich weglassen. Ich glaube, das Interessante ist halt wirklich eher die Schule. Nein, du schüttelst ganz viel jemanden den Kopf. Warum?
Fabian26:49Ich möchte, mach mal kurz drei Blöcke.
Veronika26:520 bis 6. 0 bis 6.
Fabian26:53Ja, dann Schulzeit und dann Studium. Einfach so.
Veronika26:56Und die Leute, die jetzt schon im Job sind. Genau.
Fabian26:58Fangen wir ganz unten an. Was geben wir unserem Sohn gerade mit? Also wir sind in der KI-Welt, wir sehen die Welt und was machen wir genau und was machen wir gerade nicht?
Veronika27:06Ich kann dir sagen, was wir definitiv nicht machen. Also er kriegt kein Tablet in die Hand, er hat no Screen Time. Für uns ist die Regel, unser Kind hat no Screen Time, das ist manchmal sehr fordernd. Das Einzige, was er lernt, ist, wir sitzen am Computer oder wir sprechen mit den Engines am Handy und wir arbeiten mit den Geräten. Das ist Arbeit. Und ansonsten sind wir draußen oder überlegen uns ein Programm oder machen und tun.
Fabian27:30Das heißt, wir sind ganz bewusst total analog.
Veronika27:33Ja.
Fabian27:33Also Junior lernt den Dialog mit den Maschinen, also Alexa zum Beispiel, das Handy. Wir benutzen es, um Licht zu steuern. Also wir benutzen es, um den Alltag zu steuern. Ja, wir sprechen ja auch mit dem Auto, wenn wir Auto fahren, ja, um eine Adresse einzugeben oder so etwas, weil man nicht tippen darf. Das machen wir, aber gleichzeitig benutzen wir keine Displays, keine Screens für ein Kind Entertainment. Trotzdem, ich sage immer, ich möchte Junior zwei Sachen beibringen. Feuer machen, was man inzwischen schon kann, und mit Maschinen sprechen.
Veronika28:04Seit wann kann der Feuer machen?
Fabian28:05Natürlich, er kann doch hier Feuer machen, Kamin anzünden.
Veronika28:07Also, bevor sich jetzt jemand Sorgen macht, nein, wir lassen unser Kind nicht alleine mit Feuer und Zündhölzern spielen das nicht, aber er wird da mit Erwachsenenbegleitung herangeführt.
Fabian28:20Ja, er kann jetzt schon das Feuerzeug bedienen und den Kamin anmachen. Ja, so ein Stabfeuerzeug. Und ich habe ihm so einen programmierbaren Roboter gekauft gehabt, ja. Aber halt spielerisch zum Lernen. Ich glaube, die große Erkenntnis ist, dass wir keine KI für Kinder, also dass wir, das ist so diese Philosophie, je mehr wir uns mit Technologie beschäftigen, desto weniger, desto länger halten wir unsere Kinder von der Technologie entfernt.
Veronika28:43Ja, weil die ersten Studien zu dem Thema, was Screen Time mit Kindern macht, sind rausgekommen und das ist erschreckend. Sie haben MRTs von Kindergehirnen gemacht und da haben sie halt Veränderungen festgestellt in der Gehirnstruktur.
Fabian29:00So, jetzt springen wir nochmal zur Schule. Ich fand es sehr erschreckend und interessant, dass in den nordischen Ländern die ersten Studien rauskamen und sie wieder anfangen, Tablet-Nutzung zurückzunehmen.
Veronika29:11Ja, weil die Kinder nicht mehr schreiben können mit der Hand.
Fabian29:13Genau, also in meiner Schulzeit hieß es, boah, die anderen, es gab eine Privatschule, die hatten alle Laptops und die waren so halt fein raus. Und heute stellen sie fest, das ist auch nicht so gut. Also manchmal so, das Rad dreht sich vor und wieder zurück.
Veronika29:26Ja, weil man feststellt, dann ist es vielleicht doch nicht so smart gewesen, wenn dann einfach die Kids irgendwie den ganzen Vormittag vorm Tablet sitzen, nachmittags dann irgendwie Hausaufgaben am Tablet machen und dann auf jeden Fall abends vielleicht auch nochmal Fernsehen gucken und dann eigentlich den ganzen Tag nur vorm Rechner gesessen haben.
Fabian29:40Und deswegen jetzt mal ganz konkret, was an die anderen Eltern, was kann man den Kindern mitgeben? Also welche Eigenschaften sind wichtig?
Veronika29:51Was für mich wichtig ist, ist eine Sache, dass unser Kind sich langweilen kann. Weil Langeweile macht kreativ. Also das gebe ich ihm auf, ja, das ist so für mich, okay, er muss sich auch mal langweilen, weil das halt Kreativität fördert. Das ist tatsächlich belegt, das fördert Kreativität. Was ich ganz toll finde, ist die kindliche Neugier, das möchte ich bei ihm auf jeden Fall erhalten. Die Neugierde auf Neues, der Wunsch, selbst zu lernen. Ich meine, wenn wir uns jetzt die letzten Jahre mit ihm angucken, Kinder bringen sich selber Sprechen bei, die bringen sich selber Laufen bei, die bringen sich so viele Dinge selber bei und dann kommt irgendwann, die Erwachsenenwelt, die Ina erzählt, bis hierhin hast du denen nichts beigebracht, jetzt erzählen wir dir mal, wie Lernen geht. Insofern diese Neugierde und diese Lernbereitschaft, Neues zu entdecken, das möchte ich quasi erhalten. Seine Kreativität möchte ich fördern und natürlich... Bewegung, Bewegungs-Skills, einfach dass er klettert, dass er laufen kann, dass er fit ist, dass er Sport macht und natürlich dann auch lösungsorientiert zu arbeiten.
Fabian31:04Und deswegen tue ich mich auch gerade ganz schwer, überhaupt Empfehlungen für Grundschule, Gymnasium oder sonst was auszusprechen, weil da ist die Antwort gerade nicht so, außer dass man den Kindern Eigenständigkeit beibringt, kritisches Denken. Und jetzt fängt es ja an, schon die ersten Ergebnisse kommen ja raus, dass Kinder oder Jugendliche ihre Essays, also ihre Aufsätze, ihre Klassenarbeiten in der KI geschrieben haben. Und das ist ein großes, großes Problem, weil sie nicht mehr den Inhalt verstehen, sondern sie rezitieren nur noch. Das ist so wie Abschreiben aus dem Buch in der Klassenarbeit und hast du es selbst nicht verstanden. Und da ist meine Antwort, verbiete nicht den Taschenrechner, sondern bring die Leuten bei, mit dem Taschenrechner mehr hinzukriegen. Also andersrum, die Schule muss akzeptieren, es gibt KIs und muss jetzt die Aufgaben anders stellen.
Veronika31:47Ich würde auch sagen, das auf jeden Fall. Ich nutze unsere KIs auch als Lehrer. Klar könnte ich mich hinsetzen und sagen, okay, Claude, bitte programmiere mir meine Webseite so und so und so, dann macht er das. Oder die KI macht das. Für mich ist es aber viel spannender, weil ich Dinge selber lernen will. Ich will es selber können. Also gibt es Stunden, in denen ich davor sitze, weil ich irgendwelche technischen Probleme habe und die mit Claude und Chatty und Perplexity und wem nicht alles und manchmal auch Gemini diskutiere, weil ich es selber lösen möchte. Und ich glaube, wenn wir unseren Kindern vermitteln, hey, du hast den krassesten Lehrer aller Zeiten in deiner Hosentasche, in deinem Handy. Dann haben wir ganz viel gewonnen, auch wenn man sagt, Schule ist nichts, was man abhaken will, sondern lernen, positiv zu verknüpfen. Das ist super geil. Du kannst alles wissen haben, was du willst. Ich meine, als du und ich in die Grundschule gegangen sind, klar gab es das Internet, aber noch nicht in der Form, wie die Kinder da heute den Zugang zu haben. Wir mussten in die Bibliothek gehen und Sachen suchen. Ich will nicht wissen, wo du dran jetzt denkst.
Fabian32:54Als wir zur Grundschule gegangen sind, jetzt gab es das Internet auf militärischer Basis. Wir beide sind DOS-Generation.
Veronika33:01Ich weiß. Ich erinnere mich.
Fabian33:02Die CD, Du bist jetzt online, kam wirklich später.
Veronika33:05Ja.
Fabian33:07Aber wir konnten damals noch eine CD von Boris Becker, glaube ich, um bei AOL online zu gehen. Ich glaube, der hat Werbung gemacht vor AOL, Du bist jetzt online.
Veronika33:16American Online war das, ne? Ich hatte auch echt ewig ein AOL-Konto. Und dann wurde es gehackt und dann war es weg. Anyways, ich finde weniger den Inhalt, was wir unseren Kindern beibringen, wichtig, sondern Kernkompetenzen. Weißt du, was ich meine? Also dieses, sei neugierig, sei wandlungsfähig, sei in einer so schnelllebigen Welt resilient. Resilient.
Fabian33:42Was heißt Resilient?
Veronika33:44Resilient ist quasi wie eine Widerstandsfähigkeit. Also zu sagen, okay, draußen geht die Welt unter, du flippst aber nicht komplett aus.
Fabian33:51Nur halb.
Veronika33:52Nur halb und denkst, okay, fuck, ja gut, was mache ich denn jetzt? Also so ein bisschen ist eine Widerstandskraft, ist eine Superpower für mich. Resilienzfähigkeit einfach, wenn es immer stressiger wird, immer schneller wird, Knöpfe zu drücken, wie man trotzdem gut durch die Situation kommt. Ich habe gesagt, ich bin ganz schlecht in Definition. Für mich ist halt auch Stressfähigkeit. Wichtig, weil wenn ich mir jetzt angucke, was die Kids zum Teil für einen Schultag haben. Nullte Stunde, hast du mir gestern erst erzählt.
Fabian34:25Ja krass, oder? Wir fangen um 37 an.
Veronika34:27In der Grundschule. Bis 13.30 Uhr und dann am besten noch bis 19 Uhr ab in Hort. Herzlichen Glückwunsch. Da müssen Kinder stressresistent sein. Also das sind so Sachen Stressresistenz, Resilienz, Neugierde, die Kreativität, Offenheit, Sozialkompetenzen. Unseren Sohn gerne dahingehend ausbilden, dass er sich Dinge selber beibringt und er selber Lösungen findet. Genau.
Fabian34:54So, und du meintest ja, wir mögen hier immer schön konkret sein. Ja. Und dann gehen wir nochmal durch die Lebensphase und zwar ganz einfach, was raten wir Menschen, jungen Leuten, die jetzt mit der Schule fertig werden, also entweder Mittelreife haben und eine Ausbildung anfangen könnten oder welche, die Schulabschluss sind und nämlich studieren können. Was wollen wir denen mitgeben? Denn meine These ist, der Markt ist ungeheuer turbulent gerade. Und ich habe selber zwei Studiengänge gemacht oder Bachelor, Master gemacht und ich habe schon damals nichts gelernt, was in der Industrie wirklich gefragt wurde.
Veronika35:27Ja, was würde ich Ihnen mitgeben? Ich würde Ihnen zwei grundlegend unterschiedliche Sachen mitgeben und zwar follow your dreams, mach eine Ausbildung, mach ein Studium, worauf du wirklich Bock hast, was gerade deine Passion ist, weil sonst macht es dich nicht glücklich und wir haben aktuell die Situation, dass man so vielfältige Studiengänge, Ausbildungen machen kann. Wenn man sagt, man möchte jetzt unbedingt, weiß ich nicht, in einen super handwerklichen Job, der eigentlich ein aussterbender Bereich ist, du es aber, denk drüber nach, wie künstliche Intelligenz integriert werden kann und ob das dann vielleicht so eine Art Manufaktur-Luxus-Geschäft für dich werden kann. Ich muss gerade schmunzeln.
Fabian36:16Weil handwerklicher Job ist gerade das sicherste, was mir einfällt. Also das ist eher so, die Computerjobs sind viel mehr bedroht.
Veronika36:23Ja, depends. Wenn wir irgendwann auch alle hier 10.000 Häuser aus dem Betonbott gegossen kriegen, weil China explodiert, egal. Und im Studium genau das gleiche. Zwei Sachen. Mach deine Hausaufgaben, lass deine Hausaufgaben nicht von KI machen. Nutze die künstliche Intelligenz so, dass sie dir Sachen beibringt. Wenn es deine Lehrer verkacken, okay, frag KI, wie sie es dir richtig und anders erklären kann. Wir hatten auch so eine Lehrerin, die war eine absolute Vollniete. Die hat mir gar nichts beigebracht. Wenn ich damals KI gehabt hätte, hätte ich heute vielleicht ein besseres Verständnis für dieses Fach. Und dann einfach bleib neugierig. Schau, wie du künstliche Intelligenz für dich nutzen kannst, für deinen Job nutzen kannst. Weil das wird immer ein Vorteil sein.
Fabian37:14Ja und ich würde ergänzen, was ganz wichtig heutzutage ist, ist Prozess- und Domainwissen. Also jeder, der ein duales Studium gemacht hat, ist dem klassischen BWLer voraus, weil der klassische BWLer Investmentbanking weniger Jobs, Unternehmensberatung weniger Jobs. Also diese ganzen BWL-Jobs verschwinden gerade massiv.
Veronika37:35Auch die Juniorstellen sind ja gerade so krass unter Druck.
Fabian37:39Da haben wir gar nicht drüber gesprochen, dass der Markt eingebrochen ist. Aber kurzum, ich brauche viel weniger Juniors, weil das jetzt die KI macht, also aus Unternehmenssicht. Wichtig ist aber, du kennst den Markt. Also das eine ist, hab Bock auf das, was du machst. Also mach es mit Freude, weil dann wirst du immer besser sein als jede Maschine. Weil Leidenschaft kannst du nicht ergänzen. Zweitens, das ist die größte Stärke, hab Spaß an Menschen. Wenn du gut mit Menschen kannst, hast du einen riesigen Vorteil gegenüber der Maschine. Und das dritte ist, nutze die Maschine als deine Stärke. Also wenn du in die Firma reinkommst und du weißt, wie die Maschinen funktionieren und wie Prozesse funktionieren, dann gibt es da jede Menge Leute, die auf Jobs sitzen, die das Wissen brauchen. Die brauchen die junge Generation, die wollen sich anpassen. So wie es schon immer war, wenn du in den letzten fünf Jahren angefangen hast zu arbeiten und du konntest Social Media, da gab es garantiert eine Aufgabe für dich in der Firma, in der Social Media Abteilung auf irgendwelchen Arten und Ebenen. Und du konntest das erstmal das Wissen mitbringen und weiterbringen. Also nutze das als Stärke, nutze das als Stärke, dass du noch total lernfähig bist und dann nicht so festgefahren bist im Kopf wie andere.
Veronika38:42Ja, KI ist eine Chance. Also du hast Steffi vorhin als Beispiel genannt. Ich finde das so toll, was sie macht und sie ist für mich eine der Personen, die wirklich die geilste KI-Kunst, macht mit Midjourney und Co. Also sie macht wirklich richtig krasse Sachen. Und Steffi ist älter als ihr und hat auch erst gedacht, oh was mache ich denn und hat dann angefangen damit zu spielen und war neugierig und offen und hat daraus halt für sich wirklich viel gezogen.
Fabian39:13Und dann was ich noch mitgeben kann ist der wachsendste Markt ist übrigens gerade künstliche Intelligenz. Also ich habe eine Mentee da draußen und sie und ihr Verlobter sind beide inzwischen tätig für KI-Firmen. Weil die stellen am meisten ein. Also es ist ein riesiger Jobmarkt gerade geworden, KI zu entwickeln, KI zu trainieren und KI zu verkaufen. Also wenn man in den Boom-Markt möchte, dann wechselt man direkt in den KI-Markt rein. Ist ein riesiger Markt und auch da gibt es jede Menge offene Stellen gerade, weil die Firmen einfach vor zwei Jahren noch nicht existierten und jetzt alle am Boom und Wachsen sind.
Veronika39:48Ja und vor allen Dingen jedes Unternehmen, also mir fällt kein Unternehmen ein, was von künstlicher Intelligenz nicht betroffen ist. Alle Unternehmen brauchen halt Leute, die KI können. Genau. So oder so.
Fabian39:59Das heißt, eine Kernkompetenz ist, du kannst mit KIs arbeiten. Die andere Kernkompetenz ist, du kannst KI einführen. Das ist halt auch ein riesiger Markt, das ist keine Pflicht. Und das dritte, was ich definitiv mitgebe ist, du kannst mit Menschen.
Veronika40:11Ja, definitiv. Wir haben einmal noch zusammen quasi als Abschluss für dieses Kapitel konkrete Ratschläge je nach Lebensphase zusammengeschrieben, was ich super interessant fand. Egal wo du stehst, dein nächster Schritt sollte was mit künstlicher Intelligenz zu tun haben, beziehungsweise sollte KI integrieren für mich. Wenn du in der Ausbildung bist oder kurz vor dem Schulabschluss stehst, die duale Ausbildung gewinnt immer mehr an Wert, denn praktische, adaptive, am Menschen Objekt arbeitende Berufe sind definitiv am wenigsten automatisierbar, weil es einfach so eine Detailtiefe hat, die für unsere aktuellen Systeme einfach nicht greifbar sind. Also einen Beruf mit physischer oder zwischenmenschlicher Komponente, zu wählen und KI als Werkzeug obendrauf zu setzen, ist definitiv smart und das, duale System hier in Deutschland, durch das ich auch tatsächlich ganz früher gelaufen bin, ist definitiv ein Standortvorteil, finde ich. Wenn du jetzt gerade frisch fertig mit deinem Studium bist, ist das quasi für dich jetzt das Entry-Level oder. Die Junior-Positions, die werden tatsächlich gerade am stärksten wegrationalisiert, das heißt, da hast du definitiv eine Challenge vor dir, aber... Auf den ersten perfekten Titel wirklich zu warten, um den CV zu optimieren, so wie wir das früher gemacht haben, ist vielleicht nicht unbedingt, das Beste, sondern wenn du gerade eh auf Jobsuche bist, schau doch, wie du nachweisbar KI-Kompetenz aufbauen kannst, weil viele Unternehmen brauchen, wie Fabian vorhin schon gesagt hat, Menschen mit KI-Skills. Da baust du dich auf und machst dich sichtbar und nutzt es dann konkret, um einfach den perfekten ersten Job zu finden. Wenn du jetzt mitten im Job bist oder du deine Ausbildung lange fertig hast oder auch das Studium schon hinter dir hast, denk nicht, KI wird mich ersetzen. Schau einfach auch hier, wie du künstliche Intelligenz als deinen Kollegen oder deine Kollegin nutzen kannst, um dir deinen Arbeitsalltag zu erleichtern, um auch hier mit KI-Knowledge zu glänzen und so deinen Job einfach auch zu sichern. Denn eine Sache, da bin ich mir sehr, sehr sicher, die Menschen, die sich weigern, künstliche Intelligenz zu nutzen, zu etablieren, oder auch einfach als Kollegen zu akzeptieren, sind die, die als allererstes gehen werden müssen oder die einfach nicht befördert werden oder weniger verdienen oder oder. Also in diesem Sinne auch hier unser Rat an dich. Schau, dass du dir KI-Kompetenzen aufbaust. Ja, also... Denn eine Zahl finde ich noch schön. KI assistiert in 57 Prozent aller Aufgaben nur. Die führt sie noch nicht alleine aus. Aktuell. Finde ich auch spannend. Das heißt, in 57 Prozent aller Tasks sitzt noch immer ein Mensch da neben dem Human in the Loop sozusagen und guckt, ob die KI das alles richtig macht. Und manchmal treiben sie einen auch in den Wahnsinn, so wie mich heute schon.
Fabian43:24Ich würde sagen, die Agentic Economy und die Intelligenzökonomie, die kommt, ist auch ein tieferes Thema für einen ganz eigenen Erfolg.
Veronika43:33Definitiv. Also meine Lieben, vielen Dank, wenn ihr bis hierher zugehört habt. Lieber Fabian, vielen Dank, dass du dich wieder hier mit mir zusammengesetzt hast und über dieses Thema mit mir gesprochen hast, wo ich dich ein bisschen zugenötigt habe, weil ich es so super relevant finde. Ganz kurz nochmal zusammengefasst, worum ging es denn heute? Ganz einfach, KI vernichtet in Deutschland, netto gesehen, kaum Jobs. Sie verschiebt sie. Getroffen wird diesmal zuerst der Schreibtisch, nicht die Werkbank, so wie es in der Vergangenheit gewesen ist. Es entstehen ganz neue Berufe, aber schlau ist, auf die Fähigkeiten zu setzen, nicht auf den Jobtitel. Also mit künstlicher Intelligenz zu arbeiten, anstatt den Prompt-Engineertitel im CV stehen zu haben. Denn auch wer KI nicht selbst nutzt, wird von KI gefunden oder eben nicht. Sichtbarkeit ist etwas super Wichtiges, wir haben vorhin kurz Personal Brands angesprochen, das ist vielleicht auch noch mal ein Thema auf das wir eingehen könnten. Sichtbarkeit ist ein Handwerk. Fabian betreibt das schon sehr, sehr viele Jahre sehr, sehr gut. Und finde ich immer wieder faszinierend, meinen Mann in den Tageszeitungen zu sehen. Tatsächlich, muss ich dir auch mal sagen. Bin ich übrigens sehr stolz auf dich. Genau, ich schweife ab. Kinder brauchen zuerst Neugier, Kreativität und kritisches Denken. Und dann erst später kommen die Tools. Und egal ob Ausbildung, Studium oder mit einem Job, Der Gewinner ist immer oder bist immer du mit KI und nicht ohne. Und meine Kernbotschaft heute für dich ist, das ist kein Grund, Angst zu haben, sondern KI ist eine Einladung. Jetzt, das machen wir nochmal. Egal ob Ausbildung oder Studium oder ob du mit einem Job bist. Der Gewinner bist immer du mit KI und nicht du ohne. Kernbotschaft, KI ist kein Grund zur Angst, sondern eine persönliche Einladung, jetzt anzufangen, denn es ist nie zu spät. In diesem Sinne, vielen Dank, dass du bisher zugehört hast. Es hat uns wieder sehr viel Freude gemacht. Wir freuen uns auf dein Feedback, auf deine Wünsche, auf deine Ideen und sagen für heute over and out.
